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„WIR SPIELEN ZUKUNFT!“: DAS WAR DER PHARMA MARKETING TAG 2016

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v.l.: Peter Weiss, Matthias Struck, Patrick Lehner, Elisabeth Marschall, Georg Schröckenfuchs, Christian Blümelhuber, Carsten Aehlen, Hanns Kratzer
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Der diesjährige Pharma Marketing Tag stand ganz im Zeichen der Zukunft. Im Spannungsfeld des klassischen Managertums zwischen Planung und Szenario Setting wurde am 20. Oktober im Dachfoyer der Wiener Hofburg die provokante These aufgestellt, dass Zukunft heute längst nicht mehr planbar ist.

Der diesjährige Pharma Marketing Tag stand ganz im Zeichen der Zukunft. Im Spannungsfeld des klassischen Managertums zwischen Planung und Szenario Setting wurde am 20. Oktober im Dachfoyer der Wiener Hofburg die provokante These aufgestellt, dass Zukunft heute längst nicht mehr planbar ist. Im Fokus stand u.a. die Fragestellung, wie sich die Pharmaindustrie für diese Entwicklungen  – weg von der Strategie hin zum (spielerischen) Experiment – wappnen kann und welche Rolle ihr dabei zukommt. Im Laufe des spannenden und informativen Nachmittags wurden zukünftige Entwicklungen und Modelle von namhaften Speakern aus Wissenschaft und Industrie vorgestellt und diskutiert.

Über 200 Gäste aus der Life Science Branche folgten der Einladung von PMCA-Präsidentin Elisabeth Marschall, die sich über den großen Andrang am Tag im Zeichen der Zukunft freute. „Klassisches Managertum war gestern, konservativen Planungsprozessen und traditionellen Denkweisen wird heute die rote Karte gezeigt: Der diesjährige PMCA Tag steht ganz im Zeichen von Zukunft, Innovation und Change. Nicht nur das Marketing Management, die gesamte Life Science Branche ist starken Veränderungsprozessen unterworfen, seien es nun neue Zielgruppen, Geschäftspartner oder Channels. Ich freue mich besonders, dass wir als PMCA diese wichtigen Entwicklungen und Herausforderungen mit namhaften Experten und Gästen gemeinsam diskutieren, denn wir alle sind davon betroffen. Es gilt nicht nur vorbereitet zu sein, sondern aktiv neue Perspektiven zu entwickeln und umzusetzen, das ist das Credo dieses PMCA Tages", so Elisabeth Marschall im Rahmen der feierlichen Eröffnung. „Das Programm soll Anregungen geben, über den klassischen Tellerrand von Pharma hinauszublicken – durch Impulse aus den Bereichen unternehmensübergreifender Forschung & Entwicklung, zukünftiger Arbeitswelten, Apotheken Retail Trends und spannender Entwicklungen im Medizinprodukte Bereich“, ergänzte PMCA Vorstandsmitglied Mag. Michael Schmidt.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Mag. Hanns Kratzer, Vorstandsmitglied des PMCA und Geschäftsführer der PERI Consulting GmbH.

Mit Sicherheit: Zukunft ist nicht planbar

Mit seiner Keynote mit dem Titel „Zukunft ist nicht planbar – man kann sie nur spielen“ eröffnete Chris Blümelhuber, Professor für strategische Organisationskommunikation von „The Berlin University of the Arts“ den Reigen der Vorträge. „Zukunft kann man nicht prognostizieren. Man kann sie nur spielen. Was zählt, ist zukunftsfit zu sein. Das bedeutet, dass man sich in allen möglichen Zukünften zurechtfinden kann. Sich auf die Zukunft vorzubereiten, ohne sie zu kennen. Das ist die Kunst, und die zählt“, erklärte er  in seinem interaktiven, humorvollen Vortrag. Georg Schröckenfuchs, Country President & CPO Head Novartis Italien, stellte im Anschluss die Pharmaindustrie in den Fokus seiner Keynote mit dem Titel „Spieler oder Spielball: Wie gestaltet sich die Zukunft der Pharmaindustrie?“. „Meine Präsentation zielte darauf ab, Trends im Gesundheitsbereich aufzuzeigen, Verbindungen herzustellen und zur aktiven Zukunftsgestaltung aufzurufen. Die Vernetzung der individuellen Gesundheitsdaten `Big Data´ mit möglichen Gesundheitsrisiken (z.B.: Genanalyse) werden darauf abzielen Krankheit zu vermeiden und die individuelle Gesundheit zu optimieren. Die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit verschwimmt. Personalisierte Medizin ist ein Thema, das unsere Branche in den nächsten Jahren prägen wird. Ob wir zu den Gewinnern oder Verlierern der heutigen Veränderungsprozesse gehören hängt alleine von uns ab und wie wir in der Lage sein werden, neue Zukunftsansätze zu entwickeln sowie flexibel mit neuen Partnern (z.B.: HiTech, Home Care) zusammenarbeiten werden“, verwies Georg Schröckenfuchs auf zukünftige Herausforderungen.

Open Innovation in Science: Vom Wirtschafts- zum Wissenschaftsmodell

Patrick Lehner, Project Management Open Innovation in Science bei der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, befasste sich in seinem Vortrag mit „Open Innovation in Science: Vom Wirtschafts- zum Wissenschaftsmodell“.  „Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft startete 2014 die Open Innovation in Science (OIS) Initiative mit dem Ziel der nachhaltigen Verankerung von Open Innovation Methoden in der Wissenschaft. `Open Innovation´ bezeichnet die gezielte Öffnung des Innovationsprozesses einer Organisation zum Zweck des Wissensaustausches mit unterschiedlichen externen AkteurInnen: Relevantes Wissen wird von außen in die Organisation geholt oder internes Wissen systematisch nach außen getragen. So kann die Problemlösungskompetenz in der Weise erhöht werden, dass neuartige Ideen und Konzepte entwickelt werden. Und es kann insgesamt die Anwendung und Verwertung von neuem Wissen erhöht werden“, so Lehner.

Neue Arbeitswelt: Überlegungen und Auswirkungen am Bespiel des ERSTE Campus

„Die Arbeitswelt ist im Wandel. Der Erste Campus ist ein Platz, an dem wir mehr zusammenbringen – weil wir unsere Kräfte konzentrieren und eine neue Form der Zusammenarbeit entwickeln! Dass neue Arbeitsweisen nur entstehen können, wenn man die räumlichen Voraussetzungen dafür schafft, leuchtet ein. Die Erste Group hat früh erkannt, dass der technologische Umbruch nicht nur Auswirkungen auf KundInnen hat, sondern auch auf die MitarbeiterInnen und deren Arbeitsweise. Traditionelle Büros mit fixen Arbeitsbereichen gibt es nicht mehr, alle MitarbeiterInnen sind mit Laptop und Mobiltelefon ausgestattet und können sich aussuchen, wo sie am besten arbeiten“, stellte Peter Weiss, Programm-Manager ERSTE Campus User Programme, den Teilnehmern die praktische Umsetzung der neuen Arbeitswelt im Rahmen seines Vortrages vor.

Retail Innovation: Das Apothekenbusiness der Zukunft am Prüfstand

Im Vortrag von Carsten Aehlen, IDA Bayer AG, stand das Geschäftsmodell der Apotheken in der Zukunft auf dem Prüfstand. Auch sie sind vom Wandel in Folge der Digitalisierung stark betroffen. „Die Welt wird digital. Dies gilt insbesondere vor allem für das Gesundheitswesen, wie man unter anderem auch an den vielen Suchanfragen zum Thema Gesundheit bei Google sehen kann. Wie entwickelt sich der Vertriebskanal Apotheke im digitalen Bereich? Welche neuen Tools gibt es und was bedeuten diese für den POS Apotheke und die OTC-Industrie? Digitalisierung in der Apotheke ist weit mehr als nur einen Bildschirm aufzustellen“, war die zentrale Aussage seines Vortrags.

Internet of Things und die zukünftigen Auswirkungen auf die Life Science Branche

Der Begriff Internet of Things, das Internet der Dinge, beschreibt einen Prozess, in dem der Computer zunehmend als Gerät verschwindet und durch „intelligente Gegenstände“ ersetzt wird. Das Internet of Things durchdringt bereits jetzt mehr und mehr alle Lebensbereiche – vom Haushalt bis hin zur Medizin und Wissenschaft. „Die Kommunikation in der Medizin ändert sich auf zwei Ebenen grundlegend. Die zunehmende Patientenkompetenz beeinflusst das Verhältnis zwischen Arzt und Patient. Die sogenannten Wearables, die kontinuierlich Bewegungs- und Vitalparameter wie körperliche Aktivität und Herzfrequenz des Trägers erfassen und auswerten, bieten dem Arzt in Zukunft die Möglichkeit, die Historie des Patienten besser bewerten und damit zuverlässigere Diagnosen stellen zu können. Das Internet der Dinge ermöglicht eine umfassendere Analyse der Ursachen von Symptomen in der Medizin“, wusste Matthias Struck, Head of Group Medical Communication and Biosignal Processing des Fraunhofer Institute for Integrated Circuits im Rahmen seines Vortrags “Internet of Things und zukünftige Auswirkungen auf die Life Science Branche“ zu berichten.

Im Anschluss erfolgte die Closing Session unter dem Motto „Wenn aus Spiel Ernst wird“. Die innovativen Inhalte des Tages im Zeichen der Zukunft boten den Teilnehmern daraufhin viel Gesprächs- und Diskussionsstoff im Rahmen der Networking Lounge.

ÜBER DEN PMCA:
Seit seiner Gründung stellt der Pharma Marketing Club Austria (PMCA) eine Plattform mit dem Schwerpunkt “Marketing im Gesundheitswesen” für Agenturen, Pharmafirmen, Verlage, Dienstleister und andere medizin-orientierte Unternehmen dar. Der PMCA bezeichnet sich selbst als „Netzwerk des Wissens“ und hat sich zum Ziel gesetzt, Entwicklungen und Trends für den Gesundheitsmarkt aufzuspüren und Impulse zu setzen, aber vor allem die einzelnen Marktteilnehmer miteinander zu vernetzen. 2015 feierte der Pharma Marketing Club Austria sein 20-jähriges Bestehen.

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