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LANGER TAG DES DARMS 2018 STELLT AUFKLÄRUNG UND PRÄVENTION IN DEN MITTELPUNKT

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Michael Koller, Sportwissenschafter und Trainingstherapeut; Evelyn Groß, Vizepräsidentin ÖMCCV; Harald Vogelsang, Präsident des Vereins darm plus; Marion Kronberger, Vizepräsidentin des Berufsverbands der Psychologen und Gaby Sonnbichler, Geschäftsführerin Österreichische Krebshilfe Wien.
Fotocredit: © PERI CONSULTING GMBH/APA-Fotoservice/Hörmandinger
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Am 9. Juni wird im Wiener MuseumsQuartier beim Langen Tag des Darms wieder die Möglichkeit geboten, sich umfassend und kostenlos zu Ernährung, Verdauung und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen zu informieren. Allein in Österreich wird mittlerweile von mindestens 40.000 Betroffenen ausgegangen, während weltweit die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen immer mehr zunehmen. Zu diesem Anlass veranstaltet der Verein darm plus in Kooperation mit der Österreichischen Krebshilfe Wien heuer bereits zum 4. Mal den „Langen Tag des Darms“, um ein kräftiges Zeichen zur Bewusstseinsbildung rund um verschiedenste Fragen der Darmgesundheit zu setzen. Diese Veranstaltung ist vor allem deshalb von Bedeutung, da die damit assoziierten Krankheiten weltweit im Ansteigen sind und meist schon im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter beginnen. Unter ihnen lässt sich eine Gruppe von chronischen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes subsummieren, die hauptsächlich Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU) umfassen.

Eine rasche Diagnose ist für den weiteren Krankheitsverlauf essentiell. Als Vizepräsidentin und Jugend- Beauftragte der Österreichischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Vereinigung (ÖMCCV) kennt Ing. Evelyn Groß die medizinischen und psychischen Herausforderungen, mit denen Betroffene zu kämpfen haben: „Durchfall, bis zu 20 Stuhlgänge pro Tag, Blutungen, Bauchkrämpfe, Müdigkeit und das Gefühl, erschöpft zu sein, können den gewohnten Tagesablauf unmöglich machen bzw. es muss dieser adaptiert werden, um nicht in einer sozialen und beruflichen Isolation zu landen. Die Lebensqualität der Betroffenen ist stark reduziert und oberstes Ziel sollte sein, diese so weit wie möglich wiederherzustellen.“ Hinzu kommt, dass die starke Tabuisierung und das Fehlen von Verständnis, Rücksicht und Einfühlvermögen den Alltag der Betroffenen massiv beeinträchtigt: „Die Erkrankung ist nach wie vor mit einem starken Tabu behaftet. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind betroffen und ihnen fällt es umso schwerer, offen über die Symptome zu sprechen“, so Ing. Evelyn Groß.

Bessere Lebensqualität dank neuer Therapien

Auch wenn man oft nur an eine Unverträglichkeit oder Allergie denkt, besteht dennoch Grund zur Vorsicht, denn die Art, wie sich eine chronisch entzündliche Darmerkrankung bemerkbar macht, kann bei Patienten sehr unterschiedlich sein. Nicht selten kommt die genaue Diagnose sogar erst auf „Umwegen“ zustande. In den meisten Fällen wird ein Arzt erst dann aufgesucht, wenn Bauchschmerzen unterschiedlicher Ausprägung oder Symptome wie Durchfall, Gelenkschmerzen und Fieber zur Qual werden. „Heute können viele CED-Betroffene durch eine rasche und wirksame Therapie in eine völlige Remission - entzündungsfreies Stadium - ohne Beschwerden geführt werden. Fast jährlich werden neue, meist teure Therapien für CED zugelassen, die das Portfolio an Möglichkeiten für diese auf Grund der unterschiedlichen Genetik sehr heterogene Erkrankung, erweitern. Überdies gibt es ein Dutzend neuerer Therapien in der Pipeline, die bereits oder sehr bald in Studien getestet werden“, so A.o. Univ.-Prof. DI Dr. Harald Vogelsang, Präsident der darm plus – CED Initiative Österreich.

Prävention durch Vorsorgeuntersuchung

Obwohl aktuell noch keine Heilung möglich ist, sind beide Krankheitsbilder, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, mit Hilfe entsprechender Medikation gut therapierbar. Patienten mit Darmbeschwerden haben allerdings in vielen Fällen einen langen Leidensweg hinter sich: „Macht der Darm regelmäßige Beschwerden, die ohne organische Ursache sind, so sprechen wir vom Reizdarm. Von dieser Störung im Nervensystem des Darmes, die die Kommunikation zwischen Kopf- und Bauch, die sogenannte Bauch-Hirn-Achse, beeinträchtigt, sind ca. 15 Prozent der ÖsterreicherInnen betroffen. Sie klagen über überschießende Reaktionen des Darmes, Krämpfe und Schmerzen, häufig lösen diese Beschwerden Ängste aus. Angst wiederum verstärkt die darmbezogene Aufmerksamkeit und damit die Wahrnehmung von unangenehmen Symptomen, ein Teufelskreislauf kommt in Gang. All dies zeigt: Der Körper kann nie ohne die Psyche, der Bauch nie ohne den Kopf und umgekehrt betrachtet werden“, so Mag.a Marion Kronberger, Erste Vizepräsidentin des Berufsverbandes Österreichischer Psychologinnen und Psychologen.

Neben der Prävention und der Vorsorge ist vor allem die Früherkennung besonders wichtig, um das Risiko von Dickdarmkrebs-Erkrankungen deutlich zu reduzieren: „Dickdarmkrebs unterscheidet sich von allen anderen Krebserkrankungen in einem wesentlichen Punkt: in mehr als 90 Prozent aller Fälle sind - vor der Entstehung eines Karzinoms - bereits über viele Jahre hinweg zunächst gutartige Darmpolypen als Krebsvorstufen nachweisbar. Das konsequente Aufspüren und Entfernen dieser Polypen durch die Koloskopie kann somit 90 Prozent der Dickdarmkrebs-Erkrankungen verhindern. Aus diesem Grund setzt sich die Österreichische Krebshilfe seit Jahren gemeinsam mit der ÖGGH (Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie) für qualitätsgesicherte Darmkrebsfrüherkennung für alle Frauen und Männer ab dem 50. Lebensjahr ein“, so Mag. Gaby Sonnbichler, Geschäftsführerin der Österreichischen Krebshilfe Wien.

Bewegung und Sport sind im Bereich der Prävention ebenfalls sehr wichtig, denn für Betroffene mit chronischen Darmerkrankungen kann Sport die Lebensqualität verbessern und den Krankheitsverlauf mildern: „Bei aktiven gesunden Menschen ist der Darm gut durchblutet und die Nahrung wird schnell weitertransportiert. Die Zahl der Jobs, die im Sitzen ausgeführt werden, nimmt allerdings zu, während viele Wege per Auto erledigt werden. Im therapeutischen Kontext ist es empfehlenswert, die tägliche Bewegung zu steuern, um die gewünschten Ergebnisse ohne Überlastung oder Leerläufe zielorientiert zu erreichen. Das richtig dosierte körperliche Training spornt auch den Darm zu Höchstleistungen an. In der sportmedizinischen Leistungsdiagnostik kann die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit ermittelt werden“, so Mag. Michael Koller von der Sportordination.

Programmhighlights am „Langen Tag des Darms“

Auch in diesem Jahr können Interessierte am Samstag, den 9. Juni 2018, im MuseumsQuartier Wien ihr Wissen über Darmgesundheit durch ein vielfältiges Programm an interaktiven Stationen, Selbsthilfegruppen, diversen Ausstellern und Vorträgen erweitern. Für das Mittagsevent wählt der Verein darm plus heuer in Kooperation mit der SPORTordination das Thema „Training für die Darmgesundheit“. Im Anschluss daran wird es heuer zum ersten Mal den Schwerpunkt Social Media geben, wo Saskia Frietsch als Betroffene und Bloggerin über die Problematiken im Leben mit einem Kockpouch spricht und Ihr Herzensprojekt „Projekt Grenzenlos“ präsentiert. Ein weiterer neuer Programpunkt am Langen Tag des Darms ist der Nachmittagsevent mit Alexandra Meraner von Yogartista bei dem sie Entspannungsmöglichkeiten mit CED erklären wird.

Datum: Samstag, 9. Juni 2018

Ort: MuseumsQuartier Wien (Halle E), Ovalhalle & Arena21
Uhrzeit: 10.00 – 17.00 Uhr

Weitere Information: www.darmplus.at

Im Pressecorner finden Sie den Inhalt der Pressemappe zum Download. Unter folgendem Link finden Sie zudem die Foto-Galerie zur Pressekonferenz des Langen Tag des Darms: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/13027

Der Youtube-Link führt Sie zu einer Slideshow der Fotos vom Langen Tag des Darms 2017: https://www.youtube.com/watch?v=M1itnRepXIY&feature=youtu.be




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